Fronleichnam St. Pelagius 2026

Fronleichnam 2026

Thema: Du bist ein Ton in Gottes Melodie

„Die Musik ist vom Anfang der Welt an den gesamten Geschöpfen,  jedem einzelnen und allen zusammen mitgegeben und mit ihnen geschaffen worden. Denn es gibt nichts ohne Klang und Rhythmus“. Gottes Schöpfung hat selbst Musik   (Martin Luther)

So feiern wir an diesem Tag  Gott in der Schöpfung und versuchen ihm zur Ehre die Gaben, die uns diese Schöpfung gibt in voller Pracht darzubringen:

Die wunderschönen Blumen und Pflanzen, die für uns jedes Jahr wachsen und uns zur Zier, zur Nahrung, zur Gesundheit dienen – vereint auf einem Blumenteppich – umgeben von der Natur mit ihren Tönen, Klängen, Rhythmen, in die wir gemeinsam einsteigen in die Melodie zur Ehre Gottes.

Wie Ignatius von Antiochien an die Gemeinde in Ephesus schrieb: „Nehmt Gottes Melodie in euch auf, so werdet ihr alle zu einem Chor, und in eurer Eintracht und zusammenklingender Liebe ertönt durch euch das Lied Jesu Christi.“ Ignatius hatte offenbar die Vorstellung: Gott hat für jeden Menschen eine Melodie. Und wenn jeder diese Melodie hört und in sich aufnimmt, dann wird aus dem Zusammenklang der vielen eine wohlklingende Symphonie.

Gott sieht in unserem Leben die großen Bögen, Harmonien und Dissonanzen,

Spannung und Auflösung. Wir dürfen unser Lebenslied singen, froh und erlöst und in einer Grundstimmung der Hoffnung, dass Gott am Ende alle Dissonanzen auflösen wird. Eine Einheit der Einzelstimmen in gleichem Rhythmus, in gleicher Stimmung ergibt einen großen Klang – es ist etwas so Besonderes, wenn jeder förmlich spürt, wie er von den anderen getragen wird in der Einheit der zusammenklingenden Liebe Gottes.

(Besonders mit unserem Kirchenchor und Musikverein, die  heute viele Melodien Gottes für uns und mit uns singen und spielen, ist dieser besondere Klang erleb- und spürbar). Diese Melodie unseres Lebens ist nicht immer im Wohlklang und leicht- gefälligen Rhythmus – sie hat Dissonanzen und Spannungen, die oft auch fast unerträglich sind. Gewalt und Ungerechtigkeit, Krankheit und Verlassenwerden lassen sich nicht schönreden oder schönsingen –

Um den dreieinigen Gott von Herzen zu loben und preisen, müssen wir mit Erlittenem und Zerbrochenen, ja mit der Sünde zurechtkommen – die Melodie Gottes ist auch die Melodie vom Kreuz.  Das heißt Gott loben mitten in Anfechtungen, ja mitten im Tode, und ihn in solche Erfahrungen hineinziehen, darauf hoffend und wissend, dass Gott am Ende seine Melodie für uns alle Menschen zum Guten wenden wird.